Indien Import Export

Indien – Deutschland – Indien

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Warum der Subkontinent für deutsche Unternehmen jetzt so wichtig wird

Importieren Sie aus China? Exportieren Sie in die USA? Dann wissen Sie vermutlich, wie unberechenbar diese Märkte geworden sind. Trumps Zollpolitik sorgt für ständige Unsicherheit, China kauft weniger deutsche Produkte und überschwemmt gleichzeitig Europa mit Billigware.

Viele Unternehmen stellen sich jetzt die gleiche Frage: Wohin soll ich mich als nächstes orientieren?

Die Antwort liegt 6.000 Kilometer südöstlich von Deutschland: Indien.

Der Subkontinent entwickelt sich 2025 zum wichtigen neuen Handelspartner für deutsche Import- und Exportunternehmen.

Was vor wenigen Jahren noch eine Nischenstrategie war, ist heute zur Notwendigkeit geworden. Indien bietet genau die Alternative, die deutsche Unternehmen jetzt brauchen.

Der deutsch-indische Handel erreichte 2024 einen neuen Rekordwert von 33,4 Milliarden US-Dollar.

Noch eindrucksvoller sind die aktuellen Zahlen aus den ersten elf Monaten 2025: Deutschland handelte in diesem Zeitraum Waren im Wert von über 29 Milliarden Euro mit Indien.

Die Zahlen zeigen zwei Dinge:

  1. Erstens ist Indien im direkten Vergleich zu China und den USA noch ein deutlich kleinerer Handelspartner.
  2. Zweitens liegt genau darin das enorme Wachstumspotenzial. Während die Beziehungen zu China und den USA von Problemen geprägt sind, steht die Partnerschaft mit Indien erst am Anfang ihrer Möglichkeiten.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Indien für Ihr Unternehmen so relevant geworden ist, welche konkreten Vorteile der Handel mit dem Subkontinent bietet und worauf Sie bei Import und Export achten sollten.

Das „Tor Indiens“ und Boote, gesehen vom Hafen von Mumbai in Mumbai, Indien

Die neue Handelsrealität: Warum deutsche Unternehmen nach Alternativen suchen

Deutschland steht 2025 vor einer fundamentalen Herausforderung im Außenhandel. Die beiden traditionell wichtigsten Partner sind zu problematischen Beziehungen geworden.

Die USA unter Donald Trump verfolgen eine unberechenbare Zollpolitik. Im Juli 2025 musste EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen auf Trumps Golfplatz einer Grundsatzvereinbarung zustimmen, die europäische Waren mit US-Zöllen von mindestens 15 Prozent belegt. Für Indien verhängte Trump sogar 50 Prozent Zölle, mit der Androhung von 100 Prozent für den Fall, dass Indien weiter russisches Öl kauft. Die EU verpflichtete sich zudem, bis 2028 Flüssiggas, Öl und Kernenergieprodukte für 750 Milliarden Dollar in den USA einzukaufen sowie zusätzlich 600 Milliarden Dollar in strategisch wichtige US-Sektoren zu investieren.

Noch problematischer ist die Situation mit China. Die aktuellen Zahlen von Januar bis November 2025 zeigen das strukturelle Problem deutlich: Deutschland importierte in diesem Zeitraum Waren im Wert von 155,6 Milliarden Euro aus China, exportierte aber nur 74,4 Milliarden Euro dorthin. Das Handelsdefizit beträgt also knapp 81,2 Milliarden Euro – Deutschland importiert mehr als doppelt so viel wie es exportiert.

Dieses massive Ungleichgewicht macht Deutschland in vielen Bereichen verwundbar. China reduziert seine Importe deutscher Waren und überschwemmt gleichzeitig Europa mit Billigprodukten, besonders bei Elektrofahrzeugen und grünen Technologien. Deutsche Automobilhersteller verlieren in China zunehmend Marktanteile an lokale Wettbewerber.

Diese Situation hat Deutschland und die EU zur Entwicklung einer umfassenden Diversifizierungsstrategie gezwungen. Das Konzept lautet „offene strategische Autonomie“ – so offen wie möglich, so autonom wie nötig. Es geht um De-Risking, nicht um Decoupling, also um Risikominimierung ohne komplette Abkopplung. Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Die Suche nach Alternativen ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.

Indien als strategischer Partner

Im Kontext dieser Diversifizierungsstrategie hat sich Indien zu einem wichtigen Partner entwickelt. Die deutsche Bundesregierung hat 2024 sogar einen eigenen „Fokus auf Indien“ veröffentlicht, der eine ambitionierte Agenda zur Vertiefung der strategischen Partnerschaft entwickelt.

Die Gründe für diese Priorisierung sind einleuchtend. Indien bietet eine einzigartige Kombination von Faktoren:

Mit 1,4 Milliarden Einwohnern verfügt das Land über eine ähnlich große Bevölkerung wie China, allerdings mit einer deutlich jüngeren demografischen Struktur.

Die indische Wirtschaft wächst kontinuierlich mit über fünf Prozent jährlich.

Indiens Nationalflagge auf Frachtcontainern

Nach Prognosen wird Indien bis 2027 zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Zahlreiche internationale Organisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank sowie führende Investmentbanken gehen davon aus, dass Indien sein Bruttoinlandsprodukt bis 2027 auf über fünf Billionen US-Dollar steigern und damit Japan und Deutschland (!) überholen wird.

Für Ihr Unternehmen macht dies Indien sowohl zu einem attraktiven Absatzmarkt mit einer wachsenden Mittelschicht als auch zu einem potenziellen Produktionsstandort.

Die doppelte Rolle ist ein großer Vorteil: Einerseits soll Indien als alternative Produktionsstätte zu China dienen. Viele deutsche Unternehmen, die ihre Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern reduzieren wollen, prüfen Indien als Standort für die Verlagerung oder Diversifizierung ihrer Produktion.

Indien verfügt über eine gut ausgebildete Arbeitskraft, eine wachsende technische Expertise und – im Gegensatz zu China – über eine demokratische Grundordnung, die politisch näherliegender ist. Andererseits ist Indien selbst ein riesiger und wachsender Absatzmarkt. Die wachsende indische Mittelschicht entwickelt Kaufkraft und Nachfrage nach Konsumgütern, Industrieprodukten und Technologie.

Für deutsche Unternehmen, die in China zunehmend Marktanteile verlieren, bietet der indische Markt eine Kompensationsmöglichkeit. Anders als bei kleineren Märkten in Südostasien oder Afrika hat Indien allein aufgrund seiner Größe das Potenzial, tatsächlich signifikante Handelsvolumina zu generieren, die quantitativ ins Gewicht fallen.

Der Handel zwischen Deutschland und Indien heute

Ein ausgewogenes Handelsverhältnis mit Potenzial

Von Januar bis November 2025 handelte Deutschland mit Indien Waren im Wert von 28,7 Milliarden Euro. Deutsche Unternehmen exportierten Güter für 14,7 Milliarden Euro nach Indien und importierten im Gegenzug Waren für 14 Milliarden Euro. Der Handel ist damit nahezu ausgeglichen – ein fundamentaler Unterschied zu anderen wichtigen Handelspartnern.

Indien-Handel Import Export Exportüberschuss
2024 Januar – November 13 Mrd. EUR 15,2 Mrd. EUR +2,2 Mrd. EUR
2025 Januar – November 14 Mrd. EUR ⬆️ 14,7 Mrd. EUR ⬇️ +0,7 Mrd. EUR ⬇️

Vergleichen Sie das mit China: Dort kauft Deutschland mehr als doppelt so viel ein wie es verkauft. Das Defizit betrug in den ersten elf Monaten 2025 81,2 Milliarden Euro. Mit den USA sieht die Lage umgekehrt aus – Deutschland verkauft dort deutlich mehr als es einkauft.

Diese einseitigen Abhängigkeiten bergen Risiken. Indien hingegen bietet ein ausgewogenes Verhältnis.

Die folgende Tabelle zeigt den Vergleich der drei wichtigsten Handelspartner auf einen Blick.

Der Handel mit Indien ist im Vergleich zu den USA und China noch deutlich kleiner. Aber genau darin liegt die Chance. Die bestehenden Wirtschaftsbeziehungen zwischen Indien und der Europäischen Union bilden bereits eine substanzielle Grundlage.

Handelspartner Handelsvolumen Jan-Nov 2025 Handelsbilanz
China 230 Mrd. € -81,2 Mrd. €
USA 223 Mrd. € +49 Mrd. €
Indien 28,7 Mrd. € +0,7 Mrd. €

Was Deutschland nach Indien exportiert

Maschinen sind das Rückgrat des deutschen Exports nach Indien. Sie machen über ein Viertel aller Ausfuhren aus. Indische Unternehmen kaufen deutsche Pumpen, Kompressoren, Getriebe und andere Präzisionsmaschinen. Der Wert belief sich 2024 auf fast 5 Milliarden US-Dollar.

Chemische Erzeugnisse folgen mit knapp 3 Milliarden US-Dollar. Deutsche Industriechemikalien und Kunststoffe sind in Indien gefragt. Auch Flugzeuge und Flugzeugteile spielen eine wichtige Rolle – indische Fluggesellschaften bauen ihre Flotten aus und kaufen verstärkt bei europäischen Herstellern ein, die auch in Deutschland produzieren. Elektrotechnik und Mess- und Regeltechnik runden das Portfolio ab.

Industriearbeiter an Drehmaschine in einer indischen Fabrik.

Was Deutschland aus Indien importiert

Auch bei den Importen dominieren Chemieerzeugnisse und Maschinen. Indien hat sich als bedeutender Produzent pharmazeutischer Produkte etabliert und wird oft als „Apotheke der Welt“ bezeichnet. Deutsche Unternehmen beziehen Generika und Wirkstoffe aus Indien.

Besonders spannend ist die Entwicklung bei der Elektronik. Deutsche Importe aus Indien stiegen 2024 um 62 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Indien entwickelt sich zum wichtigen Produktionsstandort für Smartphones. Apple lässt bereits 14 bis 15 Prozent seiner iPhones dort fertigen, Tendenz steigend. Bis 2028 könnte der Anteil auf 25 bis 30 Prozent wachsen.

Daneben importiert Deutschland traditionell Textilien, Bekleidung und Schuhe aus Indien. Auch Nahrungsmittel wie Kaffee werden verstärkt eingekauft.

Die Vielfalt der indischen Exportpalette zeigt: Das Land entwickelt sich von einem reinen Niedriglohnstandort zu einem diversifizierten Industriestandort mit wachsender technologischer Kompetenz.

Eine Kundin und ein Schneider mit Maßband betrachten Anzüge in einem indischen Textilgeschäft.

Kurz vor Abschluss: Das EU-Indien-Freihandelsabkommen

Der zentrale Hebel zur Intensivierung der Handelsbeziehungen ist ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien, das derzeit intensiv verhandelt wird.

Die aktuellen Verhandlungen laufen seit 2022, nach einer längeren Unterbrechung in den Jahren zuvor. Das erklärte Ziel ist, diese Verhandlungen bis Ende 2025 erfolgreich abzuschließen.

Die Dringlichkeit wird durch einen bemerkenswerten diplomatischen Schritt unterstrichen. Im Februar 2025 reiste Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit dem gesamten Kollegium der EU-Kommissare nach Neu-Delhi. Eine solche Reise der kompletten Kommission ist außergewöhnlich und signalisiert, wie wichtig die EU dieses Abkommen einschätzt. Im September 2025 erklärte Indiens Handelsminister Piyush Goyal, dass zwei Drittel des Abkommens bereits fertig verhandelt seien.

Das Freihandelsabkommen soll Zollsenkungen für 90 Prozent der Waren bringen. Für Ihr Unternehmen bedeutet das konkret: Wenn Sie Maschinen, Automobilprodukte oder andere deutsche Qualitätserzeugnisse nach Indien exportieren, würden diese Waren deutlich günstiger werden. Die EU hat dabei mehrere Prioritäten formuliert. An erster Stelle steht die Senkung der hohen indischen Autozölle, die derzeit über 100 Prozent betragen.

Diese Zölle machen es für europäische Automobilhersteller nahezu unmöglich, auf dem indischen Markt wettbewerbsfähig zu sein. Angesichts der Größe des indischen Marktes und des wachsenden Wohlstands wäre dies jedoch ein attraktiver Absatzmarkt für die deutsche Automobilindustrie, die in China zunehmend unter Druck gerät. Weitere europäische Prioritäten betreffen den Marktzugang für landwirtschaftliche Produkte sowie für Pharmazeutika.

Indien seinerseits hat eigene klare Prioritäten in den Verhandlungen. Das Land ist bereits ein bedeutender Exporteur pharmazeutischer Produkte und möchte diesen Sektor weiter ausbauen. Indien wird oft als „Apotheke der Welt“ bezeichnet, weil dort viele Generika zu konkurrenzfähigen Preisen produziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Textilien, einer traditionell starken indischen Industrie.

Für Indien besonders wichtig, aber auch besonders heikel in den Verhandlungen, ist die sogenannte Mode 4-Mobilität. Dabei geht es um die temporäre Entsendung von Fachkräften. Indien möchte, dass indische IT-Spezialisten, Ingenieure und andere Fachkräfte leichter für Projekte in Europa eingesetzt werden können. Dies ist für Europa aus arbeitsmarktpolitischen Gründen ein sensibles Thema, aber für Indien ein zentrales Anliegen.

Neben dem klassischen Warenhandel hat sich eine weitere Dimension der Zusammenarbeit entwickelt. Der EU-India Trade and Technology Council wurde etabliert, um die Kooperation in Zukunftstechnologien zu vertiefen.

Die Schwerpunkte liegen in strategisch wichtigen Bereichen: Bei Halbleitern arbeiten Europa und Indien zusammen, um Fertigungskapazitäten aufzubauen und die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern zu reduzieren. Clean-Tech, also saubere Technologien für die Energiewende, ist ein weiterer Fokusbereich. Künstliche Intelligenz, grüner Wasserstoff und Batterierecycling runden das Portfolio ab.

Wenn die Verhandlungen wie geplant bis Ende 2025 abgeschlossen werden können, würde anschließend noch der Ratifizierungsprozess folgen. Realistisch könnte das Abkommen daher frühestens 2026 oder gar 2027 in Kraft treten. Die Zollsenkungen würden typischerweise über mehrere Jahre gestaffelt umgesetzt. Für Ihr Unternehmen bedeutet dies: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Weichen zu stellen und sich auf den indischen Markt vorzubereiten.

Praktische Überlegungen für Ihren Indien-Handel

Wenn Sie jetzt mit dem Handel mit Indien beginnen oder Ihre bestehenden Aktivitäten ausbauen wollen, gibt es einige praktische Aspekte zu berücksichtigen. Die Logistik spielt dabei eine entscheidende Rolle. Indiens Infrastruktur ist in vielen Bereichen noch nicht auf dem Niveau, das für einen hocheffizienten internationalen Handel notwendig wäre. Häfen, Straßen und Logistikketten werden zwar ausgebaut, aber Herausforderungen bleiben bestehen.

Für Ihre Transportplanung bedeutet das: Sie brauchen einen zuverlässigen Logistikpartner mit Erfahrung im Indien-Geschäft. Die Wahl des richtigen Verkehrsträgers hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab.

Seefracht zwischen Indien und Deutschland ist ideal für große Mengen und schwere Maschinen, wenn der Preis wichtiger ist als die Zeit. Die reine Seetransportdauer beträgt etwa 20 bis 30 Tage, von Tür zu Tür müssen Sie jedoch mit 28 bis 45 Tagen rechnen.

Luftfracht zwischen Indien und Deutschland empfiehlt sich bei eiligen, hochwertigen oder empfindlichen Produkten. Sie benötigt typischerweise 2 bis 10 Tage von Tür zu Tür, je nach gewähltem Service. Express-Services schaffen die Strecke oft in 2 bis 4 Tagen.

Wichtig ist: Der Aufbau funktionierender Lieferketten ist ein langfristiger Prozess. Für deutsche Unternehmen, die Produktion nach Indien verlagern wollen, stellen sich praktische Fragen. Sie müssen Zulieferer qualifizieren, Qualitätsstandards etablieren und Produktionsprozesse anpassen. Dies erfordert Zeit, Geduld und erhebliche Investitionen.

Detaillierte Informationen zu allen Transportoptionen finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu Transporten zwischen Indien und Deutschland.

Hinweise zum Zoll

Wie bei jedem Handel mit Drittländern gibt es zum Thema Zoll einige Grundlagen zu beachten.

Für jeden Transport brauchen Sie Basisdokumente wie die Handelsrechnung (Commercial Invoice) und die Packliste (Packing List).

Je nach Verkehrsträger kommt ein Transportdokument hinzu – bei Seefracht das Bill of Lading, bei Luftfracht der Air Waybill. Für bestimmte Waren sind zusätzliche Nachweise erforderlich.

Das Certificate of Origin bescheinigt das Ursprungsland und ist nötig, wenn Käufer, Bank oder Behörden es verlangen.

Aktuell gibt es keine Präferenzabkommen zwischen der EU und Indien, weshalb kein EUR.1 ausgestellt wird.

Für Lebensmittelimporte nach Indien braucht der indische Importeur eine FSSAI-Lizenz der indischen Lebensmittelaufsicht.

Für Arzneimittel und Medizinprodukte sind CDSCO-Zulassungen der indischen Arznei- und Medizinproduktebehörde erforderlich.

Organisatorisch benötigen Sie eine EORI-Nummer für Ein- und Ausfuhren in der EU sowie eine IEC-Nummer für Unternehmen, die in Indien importieren oder exportieren. Holzverpackungen wie Kisten und Paletten müssen nach ISPM-15 wärmebehandelt und gekennzeichnet sein. In der Praxis erteilen Importeure und Exporteure ihrem Spediteur oder Zollagenten eine schriftliche Vollmacht zur Abfertigung.

Die Incoterms legen fest, wer Transport, Dokumente, Kosten und Risiken übernimmt. Bei FOB beispielsweise organisiert der Verkäufer den Export und die Verladung aufs Schiff, der Käufer den Seetransport und Import. Die gewählte Klausel beeinflusst also, welche Partei welche Unterlagen beistellt.

Eine weitere praktische Herausforderung sind kulturelle Unterschiede. Indische Geschäftspartner legen oft Wert auf persönliche Beziehungen und flexible Vereinbarungen, während deutsche Unternehmen präzise, rechtlich wasserdichte Verträge bevorzugen.

Diese Unterschiede können zu Missverständnissen führen. Unternehmen, die kulturelle Nuancen ignorieren, riskieren Vertragsstreitigkeiten und Geschäftsausfälle. Investieren Sie Zeit in den Aufbau persönlicher Beziehungen und seien Sie bereit, Kompromisse zu finden.

Branchenspezifische Chancen

Die Chancen im Indien-Handel sind branchenspezifisch unterschiedlich ausgeprägt. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Branchen und ihre Potenziale:

Maschinenbau: Infrastrukturboom als Chance

Für den deutschen Maschinenbau ist Indien einer der wenigen Lichtblicke in einem schwierigen weltweiten Marktumfeld. Indiens Infrastrukturinvestitionen schaffen kontinuierlich Nachfrage nach deutschen Maschinen und Anlagen. Im aktuellen Staatshaushalt setzt Indien weiterhin auf Investitionen in die Infrastruktur. Dort, wo strukturelle Reformen greifen und Investitionen in Infrastrukturprojekte getätigt werden, können Maschinen- und Anlagenbauer von wachsender Nachfrage profitieren.

Chemie und Pharma: Die Apotheke der Welt als Partner

In der Chemie- und Pharmaindustrie bietet Indien eine doppelte Chance. Einerseits ist Indien selbst ein bedeutender Produzent pharmazeutischer Produkte und Chemikalien. Deutsche Unternehmen können hier als Zulieferer von Spezialchemikalien oder als Partner in der Forschung und Entwicklung tätig werden. Andererseits wächst der indische Markt für hochwertige Pharmazeutika und Spezialchemikalien, die deutsche Unternehmen exportieren können.

Automobilzulieferung: Wachsender Markt mit Potenzial

Für die Automobilzulieferung bietet der wachsende indische Markt erhebliches Potenzial. Indische Automobilhersteller bauen ihre Produktionskapazitäten aus, und internationale Hersteller investieren verstärkt in indische Standorte. Deutsche Zulieferer können sowohl den lokalen Markt beliefern als auch Indien als Produktionsbasis für Exporte in andere Märkte nutzen. Allerdings sind die hohen Autozölle derzeit noch ein Hindernis – hier würde das Freihandelsabkommen einen entscheidenden Durchbruch bringen.

Textil und Bekleidung: Tradition trifft auf Qualität

Im Textil- und Bekleidungssektor ist Indien traditionell stark. Deutsche Importeure können von den wettbewerbsfähigen Preisen und der hohen Qualität indischer Textilprodukte profitieren. Die deutschen Importe in diesem Bereich verzeichneten zuletzt Zuwächse. Gleichzeitig wächst in Indien selbst die Nachfrage nach hochwertigen europäischen Textilien und Modeartikeln in der entstehenden Mittelschicht.

Elektronik: Vom Montagestandort zum Tech-Hub

Bei der Elektronik entwickelt sich Indien rasant zu einem wichtigen Produktionsstandort und von einer reinen Montagestätte zu einem Standort mit mehr Eigenentwicklung. Dies erhöht die Chancen für Zulieferer der Elektronikhersteller und für Maschinenbauer, die Produktionsanlagen liefern.

Jetzt die Weichen stellen

Indien ist für deutsche Unternehmen keine kurzfristige taktische Option, sondern eine langfristige strategische Entscheidung. Die Rolle des Landes als zentraler Partner in der deutschen und europäischen Handelsstrategie wird sich über die kommenden fünf bis zehn Jahre entwickeln. Die politischen Weichen werden jetzt gestellt, aber die wirtschaftlichen Realitäten werden sich nur graduell verändern.

Die aktuellen Zahlen zeigen das Potenzial deutlich: Während Deutschland mit China ein Handelsdefizit von fast 48 Milliarden Euro (Januar-Juli 2025) aufweist und mit den USA zwar einen Überschuss, aber eine politisch unsichere Beziehung hat, ist der Handel mit Indien ausgeglichen und entwicklungsfähig. Der Gesamthandel von 18,2 Milliarden Euro in den ersten sieben Monaten 2025 mag im Vergleich bescheiden wirken, aber genau darin liegt die Chance.

Kein anderer einzelner Partner bietet eine vergleichbare Kombination von Faktoren wie Indien:

  • Indien verfügt über die Größe eines kontinentalen Marktes mit 1,4 Milliarden Menschen und einer wachsenden Mittelschicht.
  • Das Land besitzt technologische Kompetenz in Bereichen wie IT, Pharma und zunehmend auch in der Elektronikfertigung.
  • Indien bietet eine demokratische Grundordnung, die politisch näherliegender ist als autoritäre Systeme.
  • Das Land hat die Fähigkeit, tatsächlich als alternative Produktionsbasis zu China zu dienen.

Wenn die Zusammenarbeit mit Indien gelingt und sich das erhoffte Potenzial realisiert, könnte dies tatsächlich die Abhängigkeit von China in bedeutendem Umfang reduzieren.

Der erfolgreiche Abschluss des Freihandelsabkommens bis Ende 2025 wäre ein wichtiger Meilenstein, der das Fundament für eine vertiefte wirtschaftliche Partnerschaft legen würde. Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Die nächsten Jahre sind eine Gestaltungsphase. Wer jetzt beginnt, Beziehungen aufzubauen, Lieferketten zu etablieren und den Markt zu verstehen, wird profitieren, wenn das Freihandelsabkommen die Rahmenbedingungen weiter verbessert.

Ein professioneller Logistikpartner ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Herausforderungen des indischen Marktes – von der komplexen Infrastruktur über unterschiedliche Zollbestimmungen bis zu kulturellen Besonderheiten – lassen sich am besten mit erfahrenen Partnern meistern, die beide Märkte kennen. Mehr Informationen zu den verschiedenen Transportmöglichkeiten zwischen Indien und Deutschland finden Sie auf unserer Website.

Die Transformation der deutschen Handelsbeziehungen ist in vollem Gang. Indien wird dabei eine Schlüsselrolle spielen. Die Frage ist nicht, ob sich der Handel mit Indien intensivieren wird, sondern wie schnell und wie umfassend. Unternehmen, die jetzt handeln, positionieren sich für diese Zukunft.

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