Nächstes Jahr will die Bundesregierung eine China-Strategie vorstellen. Es ist das erste Mal in der mehr als 70-jährigen Geschichte der BRD!

Der Spiegel und das Handelsblatt haben gestern und heute Details des aktuellen Entwurfs geleakt. Ca. 60 Seiten lang spricht die Bundesregierung darüber, wie sie China einschätzt, und wie die Leitlinien für die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit aussehen sollen.

Ob das Leak des unfertigen Konzepts für das Verhältnis von BRD und China politisch günstig ist, darf bezweifelt werden – aber jetzt ist die Katze aus dem Sack!

In diesem Post greife ich einige Aspekte auf, die für Unternehmen Im China Import und Export interessant sind. In den Kommentaren unten verlinke ich die beiden Quellen.

China ist seit Jahren Deutschlands wichtigster Handelspartner. Neben der finanziellen Abhängigkeit vom Chinahandel besteht auch eine Abhängigkeit bei Rohstoffen und wichtigen Gütern wie Computerchips.

Nach dem Debakel mit Russland will die Bundesregierung sicherstellen, dass Deutschland bei einem Konflikt mit China nicht in eine noch viel größere Krise schlittert.

Die Strategie hat eine Stärkung Deutschlands und der EU sowie eine Reduzierung der Abhängigkeiten zum Ziel.

Für Unternehmen sieht die Strategie vor, dass sie ihre Abhängigkeiten von China besser analysieren müssen.

Möglicherweise kommen “Stresstests” für besonders abhängige Unternehmen.

  • Volkswagen, Daimler und BMW machen z.B. mehr als 30% ihres Umsatzes in China.
  • Die BASF investiert gerade 10 Milliarden Euro in einen neuen Standort.

Da macht es schon Sinn, sich zu überlegen, was mit einem Unternehmen passiert, wenn das Chinageschäft so zusammenbricht wie gerade das Russlandgeschäft zusammengebrochen ist.

Ähnlich wie in diesem Jahr bei Russland könnte es ja in der Zukunft auch wirtschaftliche Sanktionen für China geben. Davon wären die massiv abhängigen Unternehmen stark betroffen.

Gründe für Sanktionen können Menschenrechtsverletzungen oder eine Eskalation des Taiwan Konflikts sein.

Geplant ist auch eine Diversifizierung unserer wirtschaftlichen und politischen Partnerschaften, sowie die Diversifizierung von Rohstoffquellen. Anders gesagt: Manches, was heute über China bezogen wird bzw. nach China exportiert wird, soll in Zukunft über mehrere andere Länder verteilt werden.

Und besonders wichtig: der Einfluss Chinas auf die Infrastruktur in Deutschland und Europa (z.B. Häfen und Chipproduktion) soll besser analysiert werden und auf Risiken geprüft werden.