Iran-Krise März 2026: Was die Eskalation für Ihre Fracht bei Import und Export bedeutet
Stand 1. März 2026, 23.00 Uhr
Iran-Krise März 2026: Was die Eskalation für Ihre Importe und Exporte bedeutet und was Sie jetzt tun sollten
Seit dem 28. Februar 2026 greifen die USA und Israel militärisch den Iran an. Der Iran schlägt seit dem 1. März zurück. Die Angriffe mit Raketen und Drohnen richten sich auf Israel und auf Ziele in mindestens neun weiteren Ländern der Region, darunter die VAE, Katar, Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien, Irak und Jordanien.
Neben US-Militärstützpunkten wurden auch Flughäfen, Häfen und zivile Gebäude getroffen.
Wenn Sie Waren aus Asien importieren, in den Nahen Osten exportieren oder auf Luft- und Seefracht angewiesen sind, betrifft Sie diese Krise direkt. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen die konkreten Auswirkungen auf Ihre Transporte und was Sie jetzt konkret tun können.
Warum diese Krise den weltweiten Frachtverkehr trifft
Um die Auswirkungen zu verstehen, hilft ein Blick auf die Karte. Der größte Teil des Warenverkehrs zwischen Asien und Europa läuft über den Seeweg. Dieser Seeweg führt normalerweise durch zwei enge Meeresstraßen.
- Die Straße von Hormuz – eine nur 55 km breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Sie ist der einzige Zugang zum Persischen Golf. Alle Häfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (z. B. Dubai), in Katar, Bahrain und Kuwait sind nur über diese Meerenge erreichbar.
- Das Rote Meer und der Suezkanal – die schnellste Verbindung zwischen Asien und Europa. Schiffe fahren vom Indischen Ozean durch das Rote Meer, dann durch den Suezkanal ins Mittelmeer und weiter nach Hamburg oder Bremerhaven.
Das Problem: Beide Wege sind jetzt gleichzeitig blockiert oder gefährdet.
Das hat es in der modernen Schifffahrt noch nie gegeben.

Gesperrte Meerengen, geschlossene Lufträume: Die Lage im Überblick
Straße von Hormuz: Praktisch gesperrt
Die iranische Marine hat alle Schiffe per Funk aufgefordert, die Straße von Hormuz nicht mehr zu passieren. Das ist zwar völkerrechtlich nicht bindend. Aber die Wirkung ist real: Innerhalb von 24 Stunden ist der Schiffsverkehr dort um rund 70 % eingebrochen.
Was das konkret heißt?
- Rund 170 Containerschiffe mit schätzungsweise 450.000 Containern sitzen im Persischen Golf fest.
- Alle großen Reedereien (Hapag-Lloyd, Maersk, CMA CGM, MSC) haben ihre Durchfahrten gestoppt.
- Mindestens drei Handelsschiffe wurden vor der Küste Omans angegriffen.
Das bedeutet für Ihre Fracht: Containerschiffe, die Waren in den oder aus dem Persischen Golf transportieren, kommen aktuell weder rein noch raus. Das betrifft alle Sendungen mit Ziel oder Herkunft Dubai, Abu Dhabi, Katar, Bahrain oder Kuwait.
Neue Buchungen für die Region nehmen die meisten Reedereien nicht mehr an.
Rotes Meer: Wieder unsicher
Das Rote Meer war bereits seit Ende 2023 ein Problemgebiet. Damals begannen die Huthi-Rebellen im Jemen, Handelsschiffe anzugreifen. Die Huthis sind mit dem Iran verbündet. Viele Reedereien hatten deshalb ihre Schiffe bereits um Afrika herumgeleitet.
Anfang 2026 gab es vorsichtige Pläne, zum Suezkanal zurückzukehren. Diese Pläne sind jetzt vom Tisch. Die Huthis haben angekündigt, ihre Angriffe auf Handelsschiffe wieder aufzunehmen. Die Reederei Maersk hat bereits alle Fahrten durch den Suezkanal ausgesetzt.
Das bedeutet für Ihre Fracht: Die schnelle Route zwischen Asien und Europa über den Suezkanal ist damit erneut abgeschnitten. Frachtschiffe nehmen stattdessen den Umweg um ganz Afrika, also über das Kap der Guten Hoffnung, ganz im Süden des Kontinents
Dieser Umweg verlängert die Fahrt um 10 bis 14 Tage. Weil jedes Schiff länger unterwegs ist, stehen insgesamt weniger Schiffe für neue Beladungen zur Verfügung. Das drückt auf die Kapazität und treibt die Preise.
Luftraum: Großflächig geschlossen
Mindestens acht Länder haben ihren Luftraum geschlossen, darunter der Iran, der Irak, Israel, die VAE, Katar, Bahrain, Kuwait und Syrien. Saudi-Arabien hat Teile seines Luftraums gesperrt.
Die drei größten Airlines der Golfregion – Emirates, Qatar Airways und Etihad – haben ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt. Die Lufthansa Group hat alle Flüge nach Dubai, Abu Dhabi, Tel Aviv, Beirut und Amman gestrichen.
Am 1. März wurden weltweit über 3.400 Flüge an Nahost-Flughäfen storniert. Der Dubai International Airport wurde durch Trümmer beschädigt.
Das bedeutet für Ihre Fracht: Der Ausfall trifft die Luftfracht doppelt.
- Erstens transportieren Passagierflugzeuge große Mengen Fracht in ihrem Laderaum, sogenannte Belly-Fracht. Emirates, Qatar Airways und Etihad gehören mit ihren zahlreichen Flügen zu den größten Luftfracht-Anbietern weltweit. Solange sie nicht fliegen, fehlt ein erheblicher Teil der Frachtkapazität zwischen Asien und Europa.
- Zweitens betreiben diese Airlines auch reine Frachtflugzeuge (Emirates SkyCargo, Qatar Airways Cargo, Etihad Cargo), die ebenfalls am Boden stehen. Airlines, die noch fliegen, müssen die gesperrten Lufträume umfliegen. Das verlängert die Flugzeiten und erhöht den Treibstoffverbrauch. Beides macht Luftfracht teurer.
Wie wirkt sich das auf Ihre Transporte von und zu verschiedenen Ländern aus?
Die Auswirkungen hängen davon ab, woher Ihre Waren kommen oder wohin Sie exportieren. Hier die wichtigsten Handelskorridore im Überblick:
China – Deutschland
China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner weltweit. Die Seefracht zwischen China und Deutschland lief schon vor dieser Krise größtenteils nicht mehr durch den Suezkanal, sondern über das Kap der Guten Hoffnung, also um ganz Afrika herum.
Was sich jetzt ändert: Die Kap-Route wird endgültig zum Standard. Eine Rückkehr zum Suezkanal ist auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen. Das bedeutet:
- Längere Laufzeiten
Die Kap-Route dauert 10 bis 14 Tage länger als der Weg durch den Suezkanal. - Weniger Schiffskapazität
Weil jedes Schiff länger unterwegs ist, stehen insgesamt weniger Schiffe für Beladung zur Verfügung. - Steigende Frachtraten
Branchenexperten rechnen mit Ratenanstieg von 50 bis 80 %, sollte die Krise andauern.
Luftfracht China – Deutschland ist ebenfalls betroffen. Viele Flugverbindungen zwischen Asien und Europa führen normalerweise über den Nahen Osten, etwa mit Zwischenstopp in Dubai oder Doha. Diese Routen fallen aktuell weg. Airlines weichen über die Türkei, den Kaukasus oder Zentralasien aus. Das verlängert Flugzeiten um 45 bis 90 Minuten und erhöht die Kosten.
Emirates, Qatar Airways und Etihad transportieren in ihren Passagierflugzeugen auch große Mengen Fracht (sogenannte Belly-Fracht). Solange diese Airlines am Boden bleiben, fehlt ein erheblicher Teil der Luftfrachtkapazität zwischen Asien und Europa.
Alternative Schiene: Die Güterzüge zwischen China und Europa über Kasachstan und Zentralasien laufen weiter. Sie können allerdings nur einen Bruchteil der Seefrachtmengen ersetzen.
Indien – Deutschland
Für den Warenverkehr zwischen Indien und Deutschland ist die Lage besonders kritisch. Indiens wichtigste Exporthäfen (wie Nhava Sheva/Mumbai und Mundra) liegen am Arabischen Meer.
Schiffe von dort Richtung Europa müssen entweder
- durch das Rote Meer und den Suezkanal fahren (aktuell zu gefährlich), oder
- den langen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung nehmen.
Anders als bei China-Transporten war für Indien die Suez-Route bisher noch teilweise in Nutzung. Das fällt jetzt weg.
D.h. die Laufzeiten für Transporte Indien – Deutschland verlängern sich deutlich. Rechnen Sie mit zwei bis drei Wochen mehr als gewohnt.von fffffffffff
Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien und Golfregion – Deutschland
Wenn Sie Waren aus der Golfregion beziehen oder dorthin exportieren, sind Sie am stärksten betroffen. Die Häfen im Persischen Golf – allen voran Jebel Ali in Dubai, der größte Containerhafen der Region – sind von der Außenwelt abgeschnitten, solange die Straße von Hormuz blockiert ist.
MSC hat alle Buchungen für den gesamten Nahen Osten eingestellt.
Einige Häfen außerhalb des Persischen Golfs bleiben erreichbar, beispielsweise Salalah und Sohar im Oman oder Jeddah in Saudi-Arabien (am Roten Meer gelegen, aber von Süden anfahrbar). Diese könnten als Ausweichhäfen dienen, von denen Waren per Lkw weitertransportiert werden.
Südostasien (Vietnam, Thailand, Indonesien, Bangladesh) – Deutschland
Für diese Handelskorridore gilt im Wesentlichen das Gleiche wie für China: Die Schiffe nehmen die Kap-Route. Laufzeiten verlängern sich um 10 bis 14 Tage. Frachtraten werden steigen.
Türkei – Deutschland
Transporte zwischen der Türkei und Deutschland laufen zum Großteil per Lkw und Bahn über den Landweg. Dieser Korridor ist von der aktuellen Krise nicht direkt betroffen.
Die Türkei profitiert sogar von der Krise, denn Istanbul wird derzeit zum wichtigsten Ausweich-Drehkreuz für Luftfracht.
Neue Zuschläge und steigende Kosten
Wenn Frachtschiffe durch Krisengebiete fahren, steigt das Risiko für Angriffe, Beschädigungen oder Verzögerungen. Reedereien und Versicherungen berechnen für dieses Risiko sogenannte Kriegsrisikozuschläge (War Risk Surcharges).
Sie kommen zu den normalen Frachtkosten hinzu und werden pro Container berechnet. Je gefährlicher eine Route ist, desto höher wird der Zuschlag.
In der aktuellen Iran Krise haben die großen Reedereien solche Zuschläge innerhalb weniger Stunden eingeführt.
| Reederei | Zuschlag | Gültig ab |
|---|---|---|
| Hapag-Lloyd | 1.500 USD pro Standardcontainer (20′), 3.500 USD für Kühlcontainer | 2. März 2026 |
| CMA CGM | 2.000 USD (20′), 3.000 USD (40′), 4.000 USD (Kühlcontainer) | sofort |
| MSC | Alle Buchungen für Nahen Osten ausgesetzt | sofort |
| Maersk | Alle Hormuz- und Suez-Durchfahrten gestoppt | sofort |
Zusätzlich haben sich die Versicherungskosten ca. verdoppelt. Die Kriegsrisiko-Prämie für eine Durchfahrt durch die Straße von Hormuz ist von 0,25 % auf mindestens 0,5 % des Schiffswerts gestiegen.
Bei einem Containerschiff im Wert von 150 Millionen USD bedeutet das statt 375.000 USD jetzt 750.000 USD pro Durchfahrt.
Diese Versicherungskosten werden die Reedereien an ihre Kunden weitergeben.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Chemie und Kunststoffe
Viele Grundstoffe (Methanol, Ammoniak, Polymere) kommen aus der Golfregion. Bei längerem Ausfall drohen Lieferengpässe für die gesamte chemische Wertschöpfungskette in Deutschland.
Automobilindustrie
Wer auf Zulieferteile aus Asien angewiesen ist und nach dem Just-in-Time-Prinzip arbeitet, spürt jede Laufzeitverlängerung sofort. Zwei Wochen Verspätung können ganze Produktionslinien zum Stillstand bringen.
Maschinenbau
Exporte in die Golfregion sind aktuell kaum möglich. Bereits gebuchte Sendungen können feststecken oder umgeleitet werden.
Handel und Konsumgüter
Wer Waren aus China, Indien oder Südostasien importiert, muss mit deutlich längeren Lieferzeiten und steigenden Frachtkosten rechnen.
Welche Alternativen gibt es?
| Alternative | Geeignet für | Einschränkungen |
|---|---|---|
| Seeweg über Kap der Guten Hoffnung (um Afrika herum) | Alle Seefrachttransporte Asien – Europa | 10–14 Tage länger, steigende Raten |
| Güterzug China – Europa (über Kasachstan, Zentralasien) | Zeitkritische Waren aus China | Begrenzte Kapazität, nicht für alle Güter geeignet |
| Mittlerer Korridor (Türkei – Kaukasus – Kaspisches Meer – Kasachstan – China) | Lkw und Bahnfracht | Noch im Aufbau, Fähren über Kaspisches Meer sind Engpass |
| Luftfracht über Istanbul, Kairo oder Singapur | Dringende und hochwertige Sendungen | Deutlich teurer, Kapazitäten schnell ausgebucht |
| Ausweichhäfen Oman (Salalah, Sohar, Duqm) + Lkw-Weiterleitung | Sendungen mit Ziel Golfregion | Umständlich, erfordert Koordination |
Was Sie jetzt tun sollten
Sofort (diese Woche)
- Sendungsstatus prüfen
Haben Sie Waren im Transit, die über die Golfregion oder das Rote Meer laufen? Klären Sie mit Ihrem Spediteur, wo sich Ihre Sendungen aktuell befinden. - Versicherung checken
Prüfen Sie, ob Ihre Transportversicherung Kriegsrisiken und verlängerte Transitzeiten abdeckt. Achten Sie auf Kündigungsklauseln. - Offene Buchungen besprechen
Klären Sie mit Ihrem Logistikpartner, ob geplante Verschiffungen wie vorgesehen stattfinden können und welche Alternativen es gibt.
In den nächsten Wochen
- Sicherheitsbestände aufbauen
Wenn Sie auf zeitkritische Lieferungen aus Asien oder der Golfregion angewiesen sind, bestellen Sie jetzt größere Mengen, um Puffer zu schaffen. - Alternative Bezugsquellen prüfen
Gibt es für Ihre wichtigsten Waren andere Bezugsquellen, zum Beispiel aus Europa oder der Türkei? - Luftfracht für kritische Sendungen einplanen
Für besonders dringende Waren kann eine Umstellung auf Luftfracht sinnvoll sein, trotz höherer Kosten. Leider sind gerade diese Kapazitäten auch problematisch und werden im Preis steigen. Ob die Luftfracht sich schneller normalisiert als die Seefracht muss sich erst noch zeigen.
Mittelfristig
- Lieferketten diversifizieren
Diese Krise zeigt erneut, wie verwundbar Lieferketten sind, die von einzelnen Transportwegen abhängen. Prüfen Sie, ob Sie Ihre Beschaffung auf mehrere Quellen und Routen verteilen können. - Digitale Sendungsverfolgung nutzen
Echtzeit-Tracking hilft Ihnen, schneller auf Verzögerungen und Umroutungen zu reagieren.
Die große Unbekannte: Wie lange dauert diese Krise?
Niemand kann derzeit seriös vorhersagen, wie sich die Lage entwickelt. Selbst wenn der Konflikt in wenigen Tagen deeskaliert, werden die Auswirkungen auf die Logistik noch Wochen bis Monate spürbar sein.
Schiffe, die jetzt im Persischen Golf festsitzen, müssen erst wieder in den regulären Umlauf gebracht werden. Fahrpläne müssen neu aufgesetzt werden. Aufgestaute Fracht muss abgearbeitet werden. Hunderttausende Container, die jetzt feststecken und an anderen Orten fehlen, müssen wieder in Fluss gebracht werden.
Sollte die Blockade der Straße von Hormuz hingegen Wochen andauern, rechnen Branchenanalysten mit erheblichen Auswirkungen nicht nur auf die Transportlogistik sondern auf die gesamte Weltwirtschaft.
Der Montag, 2. März, wird zeigen, wie die Fracht- und Finanzmärkte auf die neue Lage reagieren.
Wir begleiten Sie kompetent und engagiert
Bei Excellence Global Logistics beobachten wir die Lage rund um die Uhr. Wir bewerten die verfügbaren Routen und Kapazitäten und beraten Sie individuell zu Ihren laufenden und geplanten Transporten.
Was wir für Sie tun
- Aktuelle Lageeinschätzung für Ihre konkreten Handelskorridore
- Routing-Alternativen für festsitzende oder geplante Sendungen
- Unterstützung bei der Prüfung Ihrer Transportversicherung
- Proaktive Updates, wenn sich die Lage ändert
Sprechen Sie jetzt mit unserer Disposition
Telefon: +49 69 870 089 40
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